Haben Sie eventuell auch eine Mail von Microsoft bekommen, dass sich die Lizenzbestimmungen geändert haben? Von einer besorgten Teilnehmerin meiner Kurse erhielt ich die Anfrage, was man davon zu halten hat. Hier meine Antwort:

Es geht um den sogenannten Servicevertrag, der zwischen dem Nutzer und der Firma Microsoft besteht, wenn man ein Produkt nutzt wie beispielsweise Word, Excel, PowerPoint oder Outlook. Dieser Servicevertrag wird zum 1. Mai 2018 automatisch in Kraft, wenn man diesem nicht widerspricht. In der Mail heißt es dann: Wenn Sie den Bestimmungen nicht zustimmen, können Sie die Produkte und Dienste nicht mehr nutzen und sollten Ihr Microsoft‑Konto schließen, bevor die Bestimmungen in Kraft treten. Wenn es sich bei Ihnen um ein Elternteil oder einen sonstigen Erziehungsberechtigten handelt, sind Sie für die Nutzung von Microsoft‑Produkten und ‑Diensten (einschließlich Käufen) durch Ihre Kinder oder Teenager verantwortlich.

Im Servicevertrag wird erläutert, dass die Dateien, die Sie beispielsweise in der Cloud OneDrive speichern Ihnen gehören und auch Ihre bleiben sollen. Das halte ich für ganz wichtig, zumal eine Firma wie Facebook da anderer Meinung ist. Aber sobald Sie Inhalte öffentlich machen, will Microsoft (verständlicherweise) mitverdienen, indem Werbung geschaltet wird. Da heißt es:

Falls Sie Ihre Inhalte in Bereichen eines Diensts veröffentlichen, in denen sie öffentlich oder ohne Einschränkungen online verfügbar gemacht werden, können Ihre Inhalte in Demos oder Materialien zur Bewerbung des Diensts erscheinen. Einige der Dienste werden durch Werbung unterstützt. ...Wir verwenden nicht das von Ihnen in E-Mails, Chats, Videoanrufen oder Mailboxnachrichten Gesagte und nicht Ihre Dokumente, Fotos oder anderen persönlichen Dateien für zielgerichtete Werbung an Sie. Unsere Werberichtlinien sind ausführlich in den Datenschutzbestimmungen behandelt.

Im nächsten Teil geht Microsoft ausführlich auf Datenschutzbestimmungen ein wie das Veröffentlichen von Inhalten, die dem Kinderschutz unterliegen etc. Also alles Dinge, die wir voll unterschreiben können.

In seiner Datenschutzerklärung erläutert der Konzern, welche Daten erfasst werden - dazu gehört alles das, was Sie in den Einstellungen von Windows 10 im Bereich Datenschutz zulassen oder aber auch beschränken. Ein gewisser Datenbestand wird automatisch weitergegeben. Die Firma sichert sich ebenfalls dagegen ab, dass sie für Inhalte der Nutzer nicht verantwortlich ist, was ja nachvollziehbar ist. Interessant ist auch der Hinweis, dass Inhalte von den Inhabern der E-Mail-Adresse (dies betrifft beispielsweise Schul-Adressen) einsehbar sein müssen, für die ein Microsoft-Konto eingerichtet wurde. Habe ich das jetzt verständlich ausgedrückt? Also etwas einfacher: Ihr Computer arbeitet mit einem Microsoft-Konto, das über die Firma oder über die Schule läuft. Somit ist der Inhaber dieser E-Mail-Adresse (also Firma oder Schule) berechtigt, Ihre Inhalte einzusehen.

Anders ausgedrückt: Keine privaten Inhalte auf Schul- oder Firmengeräten!

Eltern haften für Ihre Kinder

Abschnitt 4(a)(iii) des Microsoft-Servicevertrags besagt, dass Eltern für das Microsoft-Konto, das Skype-Konto und die Dienstnutzung ihrer minderjährigen Kinder verantwortlich sind. Dies betrifft auch Abonnementgebühren und Käufe. Einige unserer Dienste sind kostenpflichtig, zum Beispiel Anwendungen und Spiele, die in unseren App-Stores für Windows, Xbox oder Office verfügbar sind, werbefreies Outlook.com, zusätzlicher OneDrive-Speicher oder ein Office 365-Abonnement für Heimanwender. Microsoft Family bietet Eltern Lösungen, mit denen diese die Gerätenutzung ihrer Kinder im Blick behalten und Einschränkungen festlegen können.